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Hanau baut um

Im Osten der prosperierenden Rhein-Main-Region gelegen will das Oberzentrum Hanau offensiv die eigene Position im interkommunalen Wettbewerb stärken und ausbauen. Im Mittelpunkt dieser strategischen Neuausrichtung stand und steht ein umfassender Stadtumbau, der alle wesentlichen Bereiche der Innenstadt umfasst. Mit der Entscheidung für das in Städtebaufragen seinerzeit noch einmalige Ausschreibungsverfahren des „Wettbewerblichen Dialogs“ hat die Brüder-Grimm-Stadt Innovationsfreude und Mut bewiesen, der mit dem erfolgreichen Abschluss des Verfahrens belohnt wurde.

Mit der HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH wurde ein Investor gefunden, der mit seiner Vision eines neuen Hanaus und der Bereitschaft, 300 Millionen Euro in die Stadt zu investieren, sowohl den Magistrat als auch die Stadtverordnetenversammlung überzeugte, sodass sich im Mai 2010 eine breite politische Mehrheit fand, um den Startschuss für das größte Stadtentwicklungsprojekt seit dem Wiederaufbau der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zu geben.

Flexibilität und Tempo bestimmen das Klima
Während im Stadtplanungsamt sowie in den beteiligten Architektur- und Planungsbüros des Investors HBB die Bauleitplanung für erste Teilprojekte aus dem Verfahren vorangetrieben wurde, konnte die Bürgerschaft in vielen öffentlichen Informationsveranstaltungen die Planungsstände verfolgen sowie ihre Wünsche und Bedenken äußern.

Flexibilität und das außergewöhnliche Engagement aller Beteiligten machten es schließlich möglich, dass das erste Projekt viel früher als gedacht verwirklicht werden konnte: ein modernes Kino. Obwohl der eigentlich anvisierte Standort noch nicht zur Verfügung stand, sorgte eine zielorientierte Zusammenarbeit zwischen Stadt, HBB und der Kinopolis GmbH dafür, dass kurzfristig ein alternatives Gelände gefunden werden konnte, um das gewünschte Multiplex-Kino mit acht Sälen zu errichten. Die Zusammenlegung von Aufstellungs- und Offenlagebeschluss und eine Rekordbauzeit von nur neun Monaten machten es möglich, dass im Dezember 2011 in verkehrsgünstiger Lage ein moderner Filmpalast seine Pforten öffnen konnte. Die Kommune unterstützte das Vorhaben zusätzlich, indem die städtische Hanauer Parkhaus GmbH unmittelbar neben dem künftigen Filmpalast ein weiteres öffentliches Parkhaus mit rund 220 Parkplätzen errichtete.

Herzstück des Stadtumbaus ist und bleibt jedoch die Entwicklung des Freiheitsplatzes. Zentral gelegen zwischen historischer Alt- und Neustadt wirkte die bisherige Nutzung als Parkplatz und Busbahnhof eher als Barriere. Die aktuelle Neuplanung sieht – verteilt auf fünf Gebäude – neben einem extrovertierten Einkaufszentrum mit rund 22.000 m2 Verkaufsfläche auch kulturelle Nutzungen wie eine zeitgemäße Stadtbibliothek sowie Stadtarchiv und Medienzentrum vor, für die insgesamt rund 6.500 m2 zur Verfügung stehen. Attraktive Gastronomie und ein Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität sollen für weitere Belebung sorgen. Die notwendige Bauleitplanung, die ein zusätzlich verfügbares Gelände am Rande des eigentlichen Platzes einbezog, konnte im Januar 2012 erfolgreich abgeschlossen werden.

Nachdem notwendige Abrissarbeiten fristgerecht einen ersten Vorgeschmack auf die Großbaustelle im Herzen der Innenstadt gegeben haben, können nach Abschluss der archäologischen Untersuchungen im Herbst die Bauarbeiten für das Gebäudeensemble beginnen. Die Fertigstellung und Eröffnung von Einkaufs- sowie Medien- und Kulturzentrum ist für Ende 2014 vorgesehen.

Weitere Teilprojekte aus dem Verfahren wie die Umgestaltung des Marktplatzes, der Bau zeitgemäßer Wohnungen anstelle nicht mehr sanierungsfähiger Nachkriegsbauten oder die Neuanlage eines Parks, wo heute noch ein Parkplatz die denkmalgeschützte Wallonisch-Niederländische Kirche einrahmt, werden dafür sorgen, dass der Slogan „Hanau baut um“ bald für die gesamte Stadt gilt.

Mit öffentlichen Mitteln private Investitionsstaus auflösen Was allerdings selbst Optimisten überraschte, war die Impulswirkung, die das Dialogverfahren für die gesamte Stadtentwicklung brachte. Jüngstes Beispiel ist das „Gloria Palais“, wo mit einer privatwirtschaftlichen Investition von rund 17 Millionen Euro auf einer langjährigen Brache jetzt ein modernes Dienstleistungszentrum zum Thema Gesundheit und Wellness inklusive hochwertiger Penthouse-Wohnungen entstehen soll.

Von Anfang an wollte die Stadt jedoch über den Veränderungsprozess auch die Bestandslagen erreichen und bestehende Investitionsstaus auflösen. Mit einem eigens für den Stadtumbau konzipierten City-Konjunkturprogramm (CKP) will die Stadt die Investitionsbereitschaft der Eigentümer oder Gewerbetreibenden fördern. Das Angebot an private Immobilienbesitzer ist bisher einmalig: Öffentliche Fördermittel, die sich aus Bund- Länder-Zuschüssen des Programms „Aktive Kernbereiche“ und städtischen Geldern zusammensetzen, können als Zuschüsse in private Maßnahmen fließen, die der erwünschten Aufwertung der Innenstadt dienen. Bis zu 40.000 Euro können private Investoren pro Maßnahme erhalten.

Auch hier zeigt die Resonanz, dass es gelungen ist, mit dem Stadtumbau einen echten Imagewandel nach innen und außen einzuleiten. Kräne und Bagger, Erdaushub und Pflastersteine werden in den nächsten Jahren die unübersehbaren Wahrzeichen der Brüder-Grimm-Stadt sein. Doch schon heute gilt Hanau bei vielen als Synonym für Innovation und Ideenreichtum.

Stadt Hanau
Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bürgerservice
Martin Bieberle
Am Markt 14 – 18 | 63450 Hanau
T. +49 (0)6181 / 295 – 929
martin.bieberle@hanau.de
www.hanau.de

Investor
HBB Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH

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