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Erfolgreich am Wind segeln

Wenn nun in diesem Spannungsbogen Flächen in einer 1a-Lage unmittelbar am Wasser und am historischen Ortskern auf den Markt kommen, ist Stadtentwicklung als steuernde Planung notwendig und für alle Akteure letztendlich gewinnbringend. Die Mittelmole in Rostock-Warnemünde ist ein solcher herausragender Standort, für den in einem integrierten Stadtentwicklungsprozess mit einem umfassenden Beteiligungsverfahren Baurecht geschaffen wird. Warnemünde, unmittelbar an der Ostsee gelegen, ist ein sehr attraktives touristisches Ziel für Urlauber weit über die Region hinaus. Mit seinem Kreuzfahrtterminal mit mehr als 180 Anläufen 2012 und dem Seekanal als Zufahrt der Fähren für den Überseehafen ist es Tor zur Bundesrepublik Deutschland von See aus. Aber es ist auch ein Ortsteil der Hansestadt Rostock mit allen Belangen eines Stadtteils, zu denen Stellplatzmangel in engen Altstadtquartieren, der Wunsch nach einem Stadtteilzentrum, die Folgen des demografischen Wandels für die Infrastruktur, Verkehrsinfrastrukturmängel und vieles mehr gehören. Überlagert wird dies vom Tourismus, dessen unmittelbare Auswirkung u. a. ein nicht funktionierender Wohnungsmarkt aufgrund der hohen Anzahl umgewandelter Wohnungen in Ferienwohnungen ist. Im Jahre 2009 wurde deutlich, dass es für Warnemünde notwendig ist, die vielfältigen laufenden Planungen und Projekte sowie die sich abzeichnenden Entwicklungen zu analysieren und in einem themenübergreifenden Gesamtkonzept zu koordinieren. Die Fortschreibung einer Rahmenplanung aus den 1990er-Jahren wurde dabei als Chance des Dialogs aller Akteure gesehen. Inhalte und Form des Prozesses wurden von Beginn an als Einheit verstanden und für den Erfolg des Verfahrens als wesentliche Voraussetzung gesehen. Das bisher unbeplante Areal der Mittelmole brachte die Hansestadt Rostock in die Verantwortung, eine geordnete städtebauliche Entwicklung dieser Flächen auf Grundlage einer fundierten konsensfähigen Konzeption durch die Schaffung von Baurecht zu gewährleisten. Die Inhalte der zukünftigen Bebauung sollten nicht losgelöst von den Zielen der Stadtentwicklung Rostocks insgesamt und des Ortsteiles Warnemünde im Speziellen definiert werden. Das in den folgenden zwei Jahren erarbeitete Strukturkonzept Warnemünde hat den Dialog aller Akteure vor Ort als wesentlichen Baustein des Planungsprozesses genutzt.

Dieses Strukturkonzept, das 2011 durch die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock beschlossen wurde, erklärt als eine Maßnahme die Durchführung eines städtebaulichen Wettbewerbes für die Mittelmole als Grundlage für das Bebauungsplanverfahren. Der städtebauliche Wettbewerb konnte gemeinsam mit der neuen Eigentümerin der Flächen – der städtischen Wohnungsgesellschaft WIRO – die bereits in den Planungsprozess des Strukturkonzeptes eingebunden wurde, durchgeführt werden. Wiederum wurde in einem intensiven Dialog die Erstellung der Auslobung des Wettbewerbs genutzt, um Konsens auch für die konkrete Entwicklung dieser für Warnemünde wesentlichen Fläche zu erreichen.

Der Wettbewerbssieger ist nun beauftragt, gemeinsam mit der Hansestadt Rostock, den betroffenen Grundstückseigentümern und wesentlichen Nutzern den Wettbewerbsbeitrag als Grundlage für den städtebaulichen Entwurf des Bebauungsplanes weiterzuentwickeln. Dazu dient u. a. auch ein Forum Mittelmole, das als beratendes Gremium aus Eigentümern, Nutzern und Politik das federführende Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft berät. Die im Ortsteil Warnemünde angewandten Methoden der Bürgerbeteiligung in Rahmen des Strukturkonzeptes und bei der Umsetzung von Maßnahmen in Folge des Strukturkonzeptes, wie der grundhaften Sanierung und Umgestaltung von Straßen und Plätzen, haben sich bewährt und entwickeln sich in der Anwendung auch in anderen Ortsteilen weiter.

Der hohe zeitliche, personelle und finanzielle Aufwand für einen solchen intensiven Planungs- und Beteiligungsprozess als Planungsgrundlage für einen Rahmenplan oder ein Bebauungsplanverfahren und damit im Vorfeld einer Projektrealisierung ist gerechtfertigt, wie sich hier und auch in anderen Planungsprozessen in der Hansestadt Rostock gezeigt hat. Die Schaffung einer konsensfähigen Konzeption, die frühzeitige Einbeziehung aller am Prozess Beteiligten, die Transparenz von Entscheidungsprozessen bedeutet die Mitnahme der Zivilgesellschaft in einer Stadt oder Region. Zum einen ist es möglich, Stadtentwicklung in Kenntnis aller Belange der Akteure zu diskutieren und zu planen, zum anderen schützt es einen Planungsund Umsetzungsprozess überwiegend vor späteren, häufig destruktiven Diskussionen, die aus einer mangelnden Beteiligung und Kenntnis entstehen.

Für die Hansestadt Rostock hat dieses intensive Planungs- und Beteiligungsverfahren wiederum Maßstäbe für eine zukunftsweisende Planungskultur gesetzt.

HANSESTADT ROSTOCK

Ansprechpartner
Ralph Müller
Leiter Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Wirtschaft
T. +49 (0)381 / 3 81 61 00
ralph.mueller@rostock.de
www.rostock.de

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Rostock

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