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Die Münchner Innenstadt

Die Münchner Innenstadt ist Imageträger für die Gesamtstadt und die Region. Mit ihren stadtbildprägenden Bauten, ihrer kompakten Altstadt und nicht zuletzt der Lage an der Isar ist die Innenstadt Identifikationsraum für die Stadtgesellschaft sowie für ihre Gäste. Gleichzeitig fungiert sie als Zentrum von Handel, Dienstleistung und öffentlichen Einrichtungen und stellt einen begehrten Standort für Gastronomie und Wohnen dar.

Um die Innenstadt zu stärken, bedarf es einer differenzierten Entwicklung des Bestandes. München hat dies rechtzeitig erkannt und ein Innenstadtkonzept auf den Weg gebracht. Im Rahmen des strategischen Leitbildes der PERSPEKTIVE MÜNCHEN konnten so Handlungsleitlinien für die Münchner Innenstadtentwicklung festgeschrieben werden, die sich mit den Themen Wohnen, Einzelhandel, Arbeiten und Dienstleistung, Verkehr, Freizeit, Kultur, Tourismus, Stadtgestalt, Grün- und Freiflächen, Öffentlicher Raum und Innenstadtrand befassen.

Ziel ist es, vor dem Hintergrund der Urbanität der europäischen Stadt mit ihrer tradierten Nutzungsmischung aus Handel, Arbeiten, Wohnen und Kultur Kontinuität zu schaffen und Wandel zu ermöglichen. Vor diesem Gedanken sollen die folgenden aktuellen Projekte vorgestellt werden, die zwar zum Teil heftig in der Diskussion stehen, gerade damit aber auch einen wichtigen Impuls zur Verankerung der Baukultur als gesamtgesellschaftliches Interesse und Anliegen in der Öffentlichkeit geben.

Die Siemens Konzernzentrale – Firmenzentrale und Stadtplatz
Das Areal der Konzernzentrale befindet sich an prominenter Stelle in der Altstadt. Der von der Landeshauptstadt München und Siemens gemeinsam ausgelobte Wettbewerb zum Neubau stand in der Pflicht, die Belange des Denkmalschutzes wie auch Anforderungen an eine moderne Konzernzentrale zu berücksichtigen. Den ersten Platz errang der Entwurf von Henning Larsen Architects A/S. Mit dem neu gestalteten Areal entsteht ein Vorzeigebeispiel nachhaltiger und verantwortungsvoller Stadtentwicklung, das den Wittelsbacherplatz bewahrt, den Oskar-von- Miller-Ring belebt, die Stadtstruktur aufgreift, die Innenstadt attraktiver und München grüner macht.

Das Joseph-Pschorr-Haus – modern und geschichtsbewusst
Das Grundstück ist bereits auf dem Stadtmodell von 1570 zu finden. In einem Realisierungswettbewerb wurde geklärt, wie die Gestaltung eines Neubaus aussehen kann, der in dieser historisch geprägten Lage Einzelhandelsflächen, Büros und Wohnungen städtebaulich und wirtschaftlich sinnvoll verbindet.

Diese schwierige Aufgabe erfüllt der erste Preis des Wettbewerbs, der Entwurf des Büros Kuehn Malvezzi Architekten, der einen Baukörper um einen Innenhof vorsieht. Der Neubau ist an drei Seiten zum Innenhof hin abgestuft, an der vierten wird ein senkrechter Garten verwirklicht. Die vertikalen Unterteilungen der Fassade machen den mittelalterlichen Zuschnitt der historischen Parzellen ablesbar. Und das begrünte Dach fügt sich harmonisch in die Dachlandschaft der Altstadt ein. Im vierten und fünften Obergeschoss befinden sich Wohnungen, denn, wie es im Innenstadtkonzept der Landeshauptstadt heißt: „Eine lebendige Innenstadt braucht Menschen, die dort wohnen.“

Die Hofstatt – Leben und Einkaufen im aufgegebenen Gewerbeblock
Die Neugestaltung des Areals des SZ-Verlages im Herzen der Stadt generiert aus dem Verlust einer zentralen Nutzung eine neue Qualität, der es gelingt, den Block zu den umliegenden Quartiersstrukturen zu öffnen und so eine neue Form von öffentlichen Räumen zu erzeugen. Gleichzeitig entsteht eine hochwertige zeitgenössische Architektur, die Impulse in die gesamte Stadt ausstrahlt. Hinzu kommt eine Nutzungsmischung, die neben dem Einkaufen auch Wohnen mit ins Quartier bringt. München fasste frühzeitig den Beschluss, bei innerstädtischen Projekten einen mindestens 30%igen Anteil Wohnen zu realisieren. Diese Vorgabe wurde noch vor zehn Jahren vonseiten der Investoren als nicht vermittelbar in der zentralen Altstadt und Innenstadt betrachtet. Heute wird um einen höheren Wohnanteil verhandelt. Die jeweiligen Projekte erzielen Höchstpreise.

Innenstädte sind ein Motor für die gesamte Stadtentwicklung. Sie spiegeln die ganze Themenvielfalt des gegenwärtigen Stadtplanungsdiskurses und können aufgrund ihrer finanziellen Gestaltungskraft exemplarische Lösungsansätze aufzeigen und realisieren. Dabei ist das Thema Wohnen zurück in die Innenstadt zu bringen, ein Schlüsselthema. Nur so halten wir die Qualitäten der gelebten urbanen Vielfalt in der Innenstadt. In diesem Sinne wird das Innenstadtkonzept fortlaufend weiterentwickelt, um die Münchner Innenstadt als lebendiges Zentrum einer weltoffenen und zukunftsfähigen Stadt zu sichern.

LANDESHAUPTSTADT MÜNCHEN
Referat für Stadtplanung und Bauordnung

Stadtbaurätin
Prof. Dr. (I) Elisabeth Merk
Büro der Referatsleitung
T. +49 (0)89 / 233 – 22990
plan.sb@muenchen.de
www.muenchen.de

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München

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